Andreaner:innen gewinnen die Video Challenge des bundesweiten Our Common Future Kongresses

Am Samstag war es endlich soweit: Alle Teilnehmer:innen des 3. Our Common Future Kongresses konnten bis 11 Uhr für ihr Favoritenvideo abstimmen. Drei Kriterien sollten bei der Bewertung berücksichtigt werden:

  1. Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit in der Vermittlung der Projektinhalte
  2. Kreative Gestaltung
  3. Einhaltung der 60 Sekunden Vorgabe

Mittags stieg die Spannung deutlich, denn nun wurden die Gewinnerprojekte bekanntgegeben. Mit dem 3. Platz wurde das Projektvideo Klimawandel in Rüsselsheim und seine Auswirkungen auf Lebewesenausgezeichnet. Der 2. Platz ging an das Video aus Leipzig: Nutzpflanzenanbau unter Photovoltaikanlagen

„Und der Gewinner der Video-Challenge ist … das Gymnasium Andreanum aus Hildesheim!!“

Und dies ist unser Preis: Alle Schüler:innen des Seminarfachs Können wir Klimaschutz erstreiten (gefördert von der Robert Bosch Stiftung) nehmen am 28.06. an einem Workshop über Videoerstellung für Wissenschaftskommunikation im Internet mit dem Science-YouTuber und Wissenschaftler Jacob von Breaking Lab teil. Und nun wollen wir euch und Sie nicht länger auf die Folter spannen

3. Our Common Future Jugendkongress der Robert Bosch Stiftung

Eigentlich sollten die Teilnehmer:innen des Seminarfachs Können wir Klimaschutz erstreiten jetzt alle gemeinsam im Zug nach Berlin sitzen – bepackt mit Postern, einem selbst erstellten Kurzfilm und vor allem mit viel Vorfreude auf einen wissenschaftlichen Austausch mit Schüler:innen, Lehrerkräften und Wissenschaftler:innen aus ganz Deutschland. So die Planung – doch zu Beginn des Jahres zeigt sich bereits, dass der Kongress in Präsenz so nicht realisierbar sein würde. Und so begeben wir uns eben vom 06. – 08. Mai 2021 in Glasfasergeschwindigkeit virtuell auf die Reise.

Neben wissenschaftlichen Vorträgen haben wir am Donnerstag die Möglichkeit an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Das Präsentationstraining – Wie trete ich überzeugend auf ist dabei eine von vielen Optionen.

Die Lehrkräfte und Wissenschaftler:innen können sich u.a. über Erfolgreiche Teamarbeit in Kooperationsprojekten – Stolpersteine und Wegbereiter informieren. Doch im Mittelpunkt des digitalen Kongresses stehen natürlich die von der Robert Bosch Stiftung geförderten Kooperationsprojekte. Der Freitag beginnt mit einem Markt der Projekte: Meet the Young Experts.

In den vergangenen Wochen haben wir uns intensiv mit der Gestaltung unseres Projektraumes beschäftigt: Ein passender Hintergrund musste ausgewählt, ein Kurzfilm von 60 Sekunden erstellt und ein Poster entworfen werden. Unser selbst entworfenes Logo rundet die Präsentation ab. In unserem Projektraum werden wir u.a. über naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Herausforderungen des Klimaschutzes und die daraus resultierenden juristischen Handlungsoptionen wie z.B. Klimaklagen diskutieren. Die Interdisziplinarität unseres Projektes ist uns hierbei besonders wichtig.

Im Anschluss können wir erneut zwischen vielen interessanten Optionen wählen – hier stehen z.B. Workshops zu den Themen Umweltgerechtigkeit, nachhaltige globale Lieferketten, Ozeane im Klimawandel und die Biodiversität in der Landwirtschaft zur Auswahl. Am Samstag folgt zum Abschluss ein weiteres Highlight: Die Live-Videoschalte zur Neumayer-Station III in der Antarktis.

Was ist eigentlich Bürger*innenbeteiligung? Eine politikwissenschaftliche Suche nach Antworten – und den richtigen Fragen!

Bürger*innenbeteiligung ist in einer Demokratie unerlässlich. Allerdings erschöpft sich die Beteiligung der Bürger*innen nicht in den periodisch stattfindenden Wahlen auf den verschiedenen Ebenen (kommunale, Landes-, Bundes- und europäische Ebene). Es werden weitere Methoden einer direkten und indirekten Beteiligung der Bürger*innen eingesetzt, um die Chance auf eine bessere Akzeptanz der Maßnahmen staatlicher Akteure und die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven zu gewährleisten.

Die Politikwissenschaft erforscht, welche Motive, Formen und Argumente bei der Bürger*innenbeteiligung eine Rolle spielen. Insbesondere Maßnahmen, die sich nachteilig auf die Umwelt (und das Klima) auswirken können, wie die Aufstellung von Netzentwicklungsplänen, werden heutzutage unter einer breiten Beteiligung auch der Bürger*innen erarbeitet und öffentlich zur Diskussion gestellt. Welche Motive liegen einer solchen Bürger*innenbeteiligung zugrunde? Welche Formen der Beteiligung existieren? Welche Art von Argumenten bringen die Bürger*innen vor? Diese Fragen bilden einen Schwerpunkt der Forschung des Göttinger Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Simon Fink.

Am 11. Februar 2021 hatten die Schüler*innen unseres Projektes Gelegenheit, gemeinsam mit Herrn Fink Antworten auf diese Fragen zu finden und ein Gespür dafür zu entwickeln, die richtigen Fragen zu stellen. Im Rahmen eines interaktiven Workshops – der pandemiebedingt erneut in Gestalt einer Videokonferenz durchgeführt wurde – erhielten die Schüler*innen eine spannende Einführung in politikwissenschaftliche Methoden und Einblicke in die Ergebnisse von Herrn Finks Forschung zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei Netzentwicklungsplänen in Deutschland. Die Videokonferenz gliederte sich in drei Teile zu den folgenden Themenkomplexen:

1. Motive für Bürger*innenbeteiligung

2. Formen und Beispiele für Bürger*innenbeteiligung

3. Argumente der Bürger*innen und ihre wissenschaftliche Auswertung 

Theoretische Grundlegung durch Herrn Fink wechselten sich mit Gruppenarbeiten der Schüler*innen und Diskussionsrunden ab, in denen es auch darum ging, auf der Suche nach Antworten zunächst die richtigen Fragen zu stellen.

1. Motive

Im ersten Teil wurde die Frage diskutiert „Warum sollte man Bürger*innen an Entscheidungsprozessen beteiligen?“.

Die Schüler*innen sammelten in Gruppenarbeiten eine Vielzahl von Argumenten: Eröffnung verschiedener Perspektiven für die Entscheidungsträger, Abbildung der Vielfalt von Meinungen, Praxisrelevanz, Wahrung der Nähe zum eigentlichen Geschehen, besseres „Marketing“ der Entscheidungen, Äußerungsmöglichkeiten von Betroffenen in der Demokratie, Integration, Transparenz, Prävention von Unzufriedenheiten und Schaffung einer „glücklicheren“ Gesellschaft

Zur Einordnung der gesammelten Argumente rückte Herr Fink insbesondere den Begriff der Legitimität von Herrschaft nach Max Weber in den Vordergrund und die Unterscheidung zwischen Input- und Output-Legitimität. Anhand einer 4-Felder-Tabelle, die das Vorhandensein bzw. das Fehlen von Input- und Output-Legitimität gegenüberstellte, diskutierten die Schüler*innen mit Herrn Fink verschiedene Beispiele aus der Praxis. So wurde etwa der Brexit als ein Beispiel für eine hohe Input-Legitimität mit schlechtem Output genannt und Nordkorea als ein politisches System mit geringer Input- und Output- Legitimität.

2. Formen und Beispiele

Im zweiten Teil beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Frage, nach welchen Kriterien Maßnahmen der Bürger*innenbeteiligung bewertet werden können. Dazu stellte Herr Fink den Ansatz von Graham Smith vor, der als Bewertungskriterien „Inclusiveness“, „Popular control“, „Considered judgment“ und „Transparency“ entwickelt hat. Nach einer theoretischen Einführung konnten die Schüler*innen selbst anhand der aktuellen Beispiele „Netzentwicklungspläne“ und „Bürgerräte“ die durchgeführte Öffentlichkeitsbeteiligung bewerten und Folgefragen sammeln, die sich bei dieser Analyse stellten.

Beispielweise fiel bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zu den Netzentwicklungsplänen zum Punkt „Inclusiveness“ auf, dass es möglichweiser technische Hürden für ältere Personen und Personen ohne Internetzugang gibt, da die Informationen im Netz bereitgestellt wurden. Zum Punkt der „Transparency“ merkten die Schüler*innen etwa an, dass im Verfahren unklar bleibe, inwiefern die Argumente der Bürger*innen tatsächlich Auswirkungen auf die Pläne hätten.

Hinsichtlich der Beteiligung über Bürgerräte wurde deutlich, dass auch eine Gruppe von Personen, die zufällig und repräsentativ z.B. hinsichtlich Alter und Vermögen zusammengesetzt wird, die Gesamtbevölkerung nicht vollständig abbilden kann.

3. Argumente der Bürger*innen und ihre wissenschaftliche Auswertung

Im dritten Teil stellte Herr Fink den Schüler*innen seine eigene Forschung zur Öffentlichkeitsbeteiligung bei Netzentwicklungspläne vor. Hierbei legte er einen besonderen Fokus auf die Vermittlung der wissenschaftlichen Herangehensweise. Für seine Forschung hat Herr Fink 35.000 Eingaben von Bürger*innen ausgewertet und kategorisiert. Im Rahmen der Auswertung konnte er feststellen, dass die meisten Einwände der Bürger*innen gegen die Netzentwicklungspläne technischer Natur waren. Diese Häufung führte er darauf zurück, dass die Bürger*innen auf ein technisches Problem (und technische Sprache in den Netzentwicklungsplänen) ebenfalls mit technischen Argumenten antworteten. Die Schüler*innen diskutierten mit Herrn Fink ebenfalls die Probleme und Chancen der manuellen Auswertung sowie der Auswertung durch Algorithmen. Beispielsweise sei eine Auswertung von handschriftlichen Eingaben praktisch nicht zu realisieren. In einem Vergleich der händischen mit der computergestützten Auswertung hatte Herr Fink zudem feststellen können, dass politische Argumente aufgrund ihrer Vielschichtigkeit besonders schwierig zu erfassen sind.

Was macht eigentlich eine wissenschaftliche Arbeit aus?

Am 25. Januar 2021 begann für die Schüler*innen die Bearbeitungszeit für ihre Facharbeiten. In diesen werden sie sieben Wochen lang Themen an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Rechtswissenschaft unter Einbeziehung weiterer Disziplinen näher untersuchen und Antworten zum Beispiel auf die folgenden Fragen suchen:

  • Führt das Pariser Klimaschutzabkommen zu mehr Klimagerechtigkeit?
  • Wie ist die sog. Aarhus-Konvention entstanden, und wie steht es um ihre Umsetzung in Deutschland?
  • Welche Rolle spielt die Elektromobilität im Kampf gegen den Klimawandel – Kann Deutschland hier von Norwegen lernen?
  • Kann die Brennstoffzelle konventionelle Verbrenner flächendeckend ablösen?
  • Wie wirkt sich der Tourismus auf den Klimawandel aus?
  • Wie hat sich unsere Mobilität in Zeiten der Pandemie entwickelt?
  • Wie beeinflussen sich der Klimawandel und die Wälder gegenseitig?
  • Wie wirkt sich der Anstieg des Meeresspiegels auf Inselstaaten und Küstenregionen aus? 
  • Welchen Beitrag können Tiny Houses zum Klimaschutz leisten?

Zur Vorbereitung fanden im Januar zwei Veranstaltungen zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten statt – aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation erneut als Videokonferenzen. 

Zunächst konnten die Schüler*innen an dem vom YLAB – Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Georg-August-Universität Göttingen angebotenen Intensivtutorium Facharbeit „Wissenschaftliches Schreiben“ teilnehmen, das von einer Studentin durchgeführt wurde.

Zu Beginn des Kurses wurde darüber gesprochen, was das Ziel einer Facharbeit ist. Im Anschluss hieran sammelten die Schüler*innen über das interaktive Online-Programm AnswerGarden, was sie unter wissenschaftlichem Arbeiten verstehen. Ausgehend hiervon wurden die wesentlichen Standards des wissenschaftlichen Arbeitens ermittelt und Systematik, Objektivität, Eigenständigkeit sowie Präzision als wesentliche Charakteristika wissenschaftlichen Arbeitens erläutert. 

Der nächste Teil des Kurses widmete sich dem Zeitmanagement während der Facharbeit. Die Schüler*innen konnten via Zoom in eine Tabelle eintragen, wie viel Prozent sie von ihrer Zeit für welchen Arbeitsphase verwenden würden. Als relevante Phasen einer Facharbeit wurden unter anderem die Informations- und Materialsammlung, die Entwurfsphase, die Ausformulierung, die Korrekturphase und eine zeitliche Reserve genannt. Im anschließenden Vergleich der Ergebnisse konnten die Schüler*innen große Übereinstimmungen mit der vom YLAB vorgeschlagenen idealen Zeiteinteilung feststellen.

Im Hauptteil des Kurses standen der Aufbau einer Facharbeit und ihre Bestandteile im Fokus (Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil, Zusammenfassung, Literaturverzeichnis, Eigenständigkeitserklärung). Hierbei wurden insbesondere die jeweiligen Funktionen der Einleitung, des Hauptteils, der Zusammenfassung und des Literaturverzeichnisses näher beleuchtet. Die Kursleiterin betonte, wie wichtig ein stets erkennbarer roter Faden sei, und gab Tipps, wie ein solcher durch die Arbeit hindurch gewährleistet werden kann. Ausgehend vom Literaturverzeichnis wurden verschiedene Literaturgattungen voneinander abgegrenzt. Die Schüler*innen erläuterten zusammen mit der Kursleiterin, was Monographien, Sammelbände, Aufsätze in Sammelbänden und Aufsätze in Zeitschriften voneinander unterscheidet und wie diese in das Literaturverzeichnis aufzunehmen sind. Hierzu erhielten die Schüler*innen eine anschauliche Übersicht. Sie hatten die Aufgabe, den Unterschied zwischen Primär- und Sekundärliteratur zu erklären. Außerdem wurde der Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten erläutert und wie diese im Text zu zitieren sind. Auch zum Zitieren unter Verwendung von Fußnoten wurde den Schüler*innen noch ein Merkblatt zur Verfügung gestellt. Das Gelernte konnten die Schüler*innen an drei verschiedenen Beispielen üben. Die Kursleiterin gab außerdem noch einige Hinweise zum Stil einer wissenschaftlichen Arbeit, zur Verwendung von Konjunktionen sowie zur Vermeidung von Pleonasmen und Füllwörtern. Zum Abschluss dieses Teils konnten die Schüler*innen ihr Wissen durch ein Quiz überprüfen.

Der letzte Teil widmete sich dem Ablauf einer Recherche. Die Kursleiterin behandelte sowohl die Internetrecherche als auch die über die verschiedenen Angebote der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen mögliche Literaturrecherche. Zur Internetrecherche wurde gezeigt, wie man die online-Suche durch Setzen von Zeichen (+, -, und, oder) verfeinern kann. Dies wurde am Beispiel des Facharbeitsthemas einer Schülerin zu Tiny Houses veranschaulicht. Als Ergänzungen zur Recherche über Google wurden die Seiten base-search.net und Metager.de vorgestellt. In einer Gruppenübung bewerteten die Schüler*innen, ob sich verschiedene Webseiten zum Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten eignen, und arbeiteten hierfür geeignete Kriterien heraus (Betreiber, Aktualität, Existenz von Belegen, Objektivität). Der Fokus der Einführung in die Literaturrecherche der SUB lag auf den Funktionen des Göttinger Universitätskatalogs (GUK). Die Kursleiterin erläuterte etwa, wie die Suche durch eine Beschränkung auf einzelne Wörter, ausgewählte Teilbibliotheken oder bestimmte Quellenarten präzisiert werden kann.

Und welche Besonderheiten gelten bei einer rechtswissenschaftlichen Arbeit?

Eine Woche nach dem online-Kurs im YLAB erhielten die Schüler*innen von Frau Dr. Sabine Hohmann-Fricke vom EDV-Zentrum der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen dann noch eine Einführung in die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens in der Rechtswissenschaft. 

Zu Beginn sollten die Schüler*innen ihren aktuellen Wissensstand einschätzen: Kennen sie sich mit der relevanten Literatur aus? Können sie zwischen den verschiedenen Arten von Quellen unterscheiden? Haben sie schon jetzt ausreichend Literatur gesammelt? Wie vertraut sind ihnen die formalen Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit? 

Zunächst stellte Frau Hohmann-Fricke verschiedene juristische Quellen vor: Gesetze,  Rechtsprechung, Lehrbücher, Monographien, Kommentare und Zeitschriften. Die Schüler*innen erfuhren unter anderem, wo sie Gesetze online finden können. Außerdem lernten sie die Bedeutung von (höchst)richterlichen Entscheidungen kennen. Zum Auffinden maßgeblicher Gerichtsentscheidungen stellte ihnen Frau Hohmann-Fricke ebenfalls einschlägige online-Seiten vor. Um den Schüler*innen die Suche zu vereinfachen, wurden ihnen die Abkürzungen für die bedeutendsten deutschen Gerichte genannt. Die juristischen Kommentare veranschaulichte Frau Hohmann-Fricke als „Enzyklopädien“ der Rechtswissenschaft. Die Relevanz von Zeitschriftenaufsätzen für aktuelle Fragestellungen wurde anhand von Beiträgen mit Bezug zu Facharbeitsthemen der Schüler*innen veranschaulicht, z.B. „Das Recht der Energiewende“, „Turbulenzen um eine heranrückende Windenergieanlage“ „Klimaschutz und Grundrechte“, „Emissionshandel“, „Demokratie und Klimawandel“.

Der nächste Abschnitt widmete sich den Datenbankangeboten der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB). Einleitend erläuterte Frau Hohmann-Fricke die sog. CRAAP-Methode zur Bewertung von (Internet-)Quellen. Die Abkürzung CRAAP steht für Currency (Aktualität der Quelle), Relevance (Relevanz der Quelle), Authority (Sachkunde des Autors), Accuray (Fakten, Quellenbelege, Schlüssigkeit) sowie Purpose (Zweck der Quelle). Dann stellte Frau Hohmann-Fricke das Datenbank-Informationssystem (DBIS) vor, eine Sammlung wissenschaftlicher Datenbanken aller Fachgebiete, und erläuterte, wie sich die Schüler*innen mithilfe dieses Angebotes schnell einen Überblick über relevante Aspekte ihrer Facharbeitsthemen verschaffen können, z.B. über ein „Lieferkettengesetz“. Auf diese Weise lernten die Schüler*innen auch die wichtigen juristischen Datenbanken beck-online und juris kennen.

Der letzte Abschnitt drehte sich ganz um die Frage, wie „juristisch“ richtig zitiert wird. Es wurde noch einmal der Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten sowie zwischen Primär- und Sekundärquellen thematisiert. Sodann erläuterte Frau Hohmann-Fricke, welche Einzelangaben ein Literaturbeleg enthalten muss. Anschließend wurde die Kurzbeleg-Methode in Fußnoten erklärt, die in Verbindung mit einem Literaturverzeichnis verwendet werden kann. In diesem Kontext ging Frau Hohmann-Fricke auch auf den Inhalt eines Literaturverzeichnisses ein. Abschließend wurde detailliert die Zitation der verschiedenen juristischen Quellen vom Beginn des Kurses besprochen. Auch erfuhren die Schüler*innen, wie Gesetze im Text der eigenen Arbeit darzustellen sind und wie Paragraphenketten aussehen. Nachdem einige Beispiele durchgespielt wurden, erhielten die Schüler*innen noch ein Hinweisblatt zum juristischen Zitieren.

Fragenkatalog für die Facharbeit zum Thema Tiny Houses

Guten Tag liebe Teilnehmende,

mein Name ist Emilia Bobe und ich besuche derzeit die 12. Klasse des Gymnasiums Andreanum in Hildesheim. Aufgrund meiner nun anstehenden Facharbeit zum Thema ,,Tiny Houses’’, habe ich einen Fragenkatalog entworfen. Ich würde Sie bitten diesen auszufüllen. Ihre Angaben bleiben anonym. Die Teilnehmenden an dieser Umfrage sollten das 18. Lebensjahr vollendet haben und über einen eigene/n Wohnung/Wohnsitz verfügen. Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung und würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen Link an weitere Bekannte senden.

Mit freundlichen Grüßen

Emilia Bobe

https://www.survio.com/survey/d/A2I2Z6R5S2G3S9G2L

Können wir Klimaschutz vor Gerichten erstreiten?

Im Dezember fanden weitere juristische Unterrichtsstunden in unserem Our Common Future-Projekt statt. Genau wie im November mussten auch diese als Videokonferenzen stattfinden. Wir trafen uns also drei Mal per Zoom statt face-to-face.

Die erste Videokonferenz begann mit Wiederholungsfragen zur letzten Einheit, um das bereits Erlernte in Erinnerung zu rufen. Anschließend wurden anhand eines fiktiven Falles die einzelnen juristischen Auslegungsmethoden trainiert, die dazu dienen, den Aussagegehalt einer Norm zu ermitteln. Im Liebesgrund-Park in Hildesheim wird eine neue Statue enthüllt: ein alter Militär-Panzer, der, mit Blumen und Friedenszeichen behängt, als Friedenssymbol dienen und zu mehr Umweltschutz mahnen soll. Der Panzer an sich besitzt noch alle Teile (wie zum Beispiel den Motor), ist aber fest im Boden verankert und daher unbeweglich. In einer Satzung der Stadt Hildesheim ist jedoch geregelt, dass im Park sämtliche motorisierte Fahrzeuge verboten sind. Auf dieser Grundlage will Pensionär P den Panzer entfernen lassen. Gelingt ihm dies? Die Schüler*innen zeigten ein gutes Judiz und waren sich im Ergebnis sofort einig: Der Panzer darf bleiben. Aber wie war dies zu begründen? Wie war die Verbotsnorm zu interpretieren? Die Schüler*innen argumentierten mit dem Wortlaut der Regelung, ihrem systematischen Zusammenhang mit anderen Regelungen in der Satzung, der Situation, die zu dem Satzungserlass geführt hatte, und mit dem Sinn und Zweck des Verbots. Anhand dieses Falles verdeutlichte Frau Schwerdtfeger dann auch noch den Unterschied zwischen objektivem Recht und einem subjektiven Recht im Sinne eines Anspruchs: Selbst wenn die Statue gegen die Satzung verstieße, hieße das noch lange nicht, dass jedermann auch ihre Beseitigung verlangen könnte.

Der Fall zur Auslegung diente als Bindeglied zu den Einheiten im November: Denn bereits die Legislative muss sich bewusst machen, wie das von ihr gesetzte Recht später von der Exekutive interpretiert und dann entsprechend angewendet werden soll. Im Streitfall entscheiden die Gerichte, also die Judikative. Diese letzte, nämlich dritte Gewalt, stand nun im Zentrum. In einer einführenden Fragerunde konnten die Schüler*innen ihre Kenntnisse zur Rechtsprechung unter Beweis stellen. Frau Schwerdtfeger veranschaulichte anschließend anhand der relevanten Regelungen des Grundgesetzes die Aufgaben der Rechtsprechung und stellte die verschiedenen deutschen Gerichte sowie ihre „Sitze“, also ihre Standorte, vor. Auch den Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg lernten die Schüler*innen kennen. Für unser Projekt „Können wir Klimaschutz erstreiten?“ von besonderer Bedeutung war erneut die Unterscheidung zwischen objektivem und subjektivem Recht. Denn nicht jede*r kann einfach vor Gericht die Einhaltung des Rechts verlangen. Das gilt gerade in Bezug auf Allgemeininteressen wie den Umwelt- und Klimaschutz, der jede*n etwas angeht. Dies scheint auf den ersten Blick zwar paradox, aber die Schüler*innen arbeiteten schnell heraus, dass es auch gute Gründe dafür geben kann, dass der Zugang zu Gerichten begrenzt wird. Im Klimaschutzrecht gewinnen daher Menschenrechte eine immer größere Bedeutung. Denn wenn meine eigenen Menschenrechte verletzt werden, muss ich mich dagegen auch gerichtlich zur Wehr setzten können.

Werden durch den Klimawandel also Menschenrechte verletzt? Welche Menschenrechte kommen in Betracht? Wann kann von einer Verletzung gesprochen werden? Wer kann für eine Menschenrechtsverletzung verantwortlich gemacht werden? Welche Gerichte oder anderen Gremien können hierüber entscheiden und unter welchen Bedingungen? Was für eine Entscheidung kann dabei ganz konkret herauskommen? All diesen Fragen widmeten sich die Schüler*innen in der zweiten Zoom-Sitzung im Dezember in einer Gruppenarbeit zu aktuellen „Klimaklagen“. Frau Schwerdtfeger stellte zunächst exemplarisch die Individualbeschwerde von sechs jungen Portugies*innen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen die Mitgliedstaaten der EU, Norwegen, Russland, die Schweiz, die Türkei, die Ukraine und das Vereinigte Königreich vor (Youth for Climate Justice v. Austria et al.). Die Kinder und Jugendlichen wollen unter dem Eindruck der verheerenden portugiesischen Waldbrände des Sommers 2018 erreichen, dass diese Staaten effektivere Klimaschutzmaßnahmen ergreifen.

Die Schüler*innen wurden dann in drei verschiedene Gruppen und Breakout-Räume eingeteilt. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, eine „Klimaklage“ aufzuarbeiten, um diese anschließend den Mitschüler*innen vorzustellen. Eine Gruppe erschloss sich die Verfassungsbeschwerde von deutschen Jugendlichen um die Klimaaktivistin Luisa Neubauer gegen die Bundesregierung, in der die Verfassungswidrigkeit des (aus Sicht der Beschwerdeführer*innen unzureichenden) Bundesklimaschutzgesetzes geltend gemacht wird. Außerdem wurde die Beschwerde von Greta Thunberg und fünfzehn weiteren Kindern und Jugendlichen aus zwölf Staaten vor dem UN-Kinderrechtsausschuss gegen Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich und die Türkei analysiert. Die Kinder sehen durch den Klimawandel ihre in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Kinderrechte verletzt. Des Weiteren ging es um den Fall von Ioane Teitiota aus Kiribati, dessen Asylantrag von Neuseeland abgelehnt worden war. Er berief sich vor dem UN-Menschenrechtsausschuss darauf, dass der steigende Meeresspiegel sein Leben auf dem Inselstaat Kiribati unmöglich mache. Eine weitere Gruppe nahm schließlich die Klage von Saùl Luciano Lliuya gegen RWE unter die Lupe, die vor dem OLG Hamm anhängig ist. Der peruanische Bauer verlangt von RWE (in Orientierung an den Emissionen von RWE) die Übernahme von 0,47% der Kosten für Schutzmaßnahmen für sein Haus. Diesem droht aus einem über seinem Grundstück gelegenen Gletschersee eine Flutwelle. Bei der Bearbeitung der Fälle wurden die Schüler*innen von unseren Projekt-Hilfskräften Jakob Becker und Nils Schlüter unterstützt. Ihre Ergebnisse präsentierten sie anschließend ihren Mitschüler*innen.

Zu Beginn der dritten Unterrichtsstunde stellte Frau Schwerdtfeger den Schüler*innen als erfolgreiches Beispiel noch die Klimaklage im niederländischen Fall Urgenda vor, in dem die niederländische Regierung gerichtlich zur Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 25% bis 2020 im Vergleich zu 1990 verpflichtet wurde. Anschließend erhielten die Schüler*innen eine Einführung in die Systematik der deutschen Grundrechte. Gemeinsam konnten sie den Großteil der im Grundgesetz garantierten Grundrechte selbst zusammentragen. Dann stellte ihnen Frau Schwerdtfeger den dreigliedrigen Aufbau einer Grundrechtsprüfung vor: ihren Schutzbereich, denkbare (staatliche) Eingriffe und Rechtfertigungsmöglichkeiten. Zur Veranschaulichung dienten verschiedene Beispiele. Anhand einer Masken- und Abstandspflicht bei Versammlungen während der Corona-Krise konnten die Schüler*innen diesen Dreischritt selbst nachvollziehen. 

Energiespeicher

Batterien und Akkus – was befindet sich eigentlich im Gehäuse? Und wie funktionieren diese mobilen Energiespeicher? Diesen Fragen wollen wir heute auf den Grund gehen.